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10.10.2017, 14:30 Uhr
Schon 1.400 mobile Retter im Einsatz
Parlamentarischer Staatssekretär Günter Krings zu Besuch bei der Meppener Leistelle
Meppen.- Die Rettungsleitstelle des Landkreises Emsland kann im Notfall mittlerweile auf annähernd 1.400 mobile Retter im Emsland und der Grafschaft Bentheim als Ergänzung zum bestehenden Rettungsdienst zugreifen. Dies teilte Dezernent Marc-Andre Burgdorf dem parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Prof. Dr. Günter Krings (CDU), bei einem Besuch der Rettungsleitstelle und das Katastrophenschutzzentrums des Landkreis Emsland im Kreishaus in Meppen mit.
Dezernent Marc-Andre Burgdorf (rechts) erläuterte dem Gast aus Berlin und den Mitgliedern der CDU Fraktion im emsländischen Kreistag im Stabsraum die Arbeit der Rettungsleistelle und des Katastrophenschutzzentrums im Kreishaus des Landkreises Emsland in M
MdB Günter Krings besuchte das Emsland auf Einladung des CDU Fraktionsvorsitzenden im emsländischen Kreistag, Bernd-Carsten Hiebing. Burgdorf präsentierte dem Gast aus Berlin und den Mitgliedern der CDU - Kreistagsfraktion aus dem mittleren Emsland die – nach seinen Worten – „innovative Leitstelle“ des Landkreises. Mit annähernd 2.900 Quadratkilometern gehöre der etwa 319.000 Einwohner zählende Landkreis Emsland mit seinen 19 Samtgemeinden, Gemeinden und Städten zu den flächenmäßig größten Landkreisen in der Bundesrepublik, erklärte Burgdorf. Die Rettungsleitstelle in Meppen agiert als Leitstellenverbund für die Landkreise Emsland und der Grafschaft Bentheim, erklärte Marc-Andre Burgdorf, und sei daher für etwa 450.000 Einwohner die erste Anlaufstelle im Not- und Katastrophenfall. Das Lagezentrum für Krisen und Katastrophen bietet im Meppener Kreishaus Räumlichkeiten für einen Stabsraum für Beratung, Entscheidung und Steuerung, eine Fernmeldezentrale zur Auftragsweitergabe, die Rettungsleitstelle zur Notrufannahme und Funktionszimmer für Evakuierungsplanung und Verkehrslenkungsplanung. Neben dem gesamten Spektrum der Notrufannahme im Bereich Unfälle, Lebensrettungen, Feuer und anderen Unglücken, gab es nach Äußerung Burgdorfs auch schon eine Reihe von „größeren Gefährdungslagen“ im Emsland. Burgdorf nannte die Hase-Hochwasser in den Jahren 1987 und 1998, die Schneekatastrophen in den Jahren 1979 und 2005, Waldbrände in den Jahren 1975 und 1976, Stürme in den Jahren 1972 und 2007 und das Transrapid-Unglück im Jahr 2006. Einen größeren Raum nähmen auch Tierseuchen wie die MKS im Jahr 2001 und Wildvögelseuchen in den Jahren 2003, 2006 und 2008 ein. Im Rahmen eines Pilotprojekts werde im Landkreis Emsland das internetbasierende System „Ivena eHealth“ angewendet, erklärte der Dezernent. „Ivena“ bedeutet einen interdisziplinären Versorgungsnachweis, wodurch der Rettungsdienst mit den Krankenhäusern digital verzahnt ist. Bereits vom Unfallort aus kann der Rettungsdienst wichtige Informationen über den Patienten an das Krankenhaus weitergeben, damit dort erforderliche Maßnahmen eingeleitet werden können. Auf der anderen Seite hat der Rettungsdienst vor Ort durch das System einen Überblick über Kapazitäten der umliegenden Krankenhäuser, erklärte Burgdorf. Als ein weiteres „Erfolgsmodell“ im Emsland berichtete Marc-Andre Burgdorf über den Einsatz mobiler Retter. „Mobile Retter“ ist ein Smartphone - basierendes Alarmierungssystem für qualifizierte Ersthelfer. Mit dem Alarmierungssystem könne die Überlebensrate bei Herz-Kreislauf-Stillständen durch schnell eingeleitete Wiederbelegungsmaßnahmen signifikant verbessert werden können, unterstrich Burgdorf. Die technische Lösung der Mobilen Retter setzte auf die gängige Leistellensoftware auf, erklärte der Dezernent. Das System sei lediglich eine „Ergänzung zu bestehenden Rettungsdiensten“ unterstrich Burgdorf. Im Bereich der Rettungsleitstelle gebe es zurzeit etwa 350 Herz-Kreislauf-Stillstände jährlich. Davon könnten laut Statistik durch die Mobilen Retter zusätzlich 50 Patienten gerettet werden, rechnete Burgdorf vor und nannte als Vergleich die Zahl von 30 Unfalltoten im Jahr 2015. An der Meppener Leistelle sind bereits seit Beginn des Jahres 1.400 Mobile Retter registriert und wurden bei etwa 200 Einsätzen zusätzlich alarmiert. Der potenzielle Ersthelfer könne sich über sein Smartphone einsatzbereit oder entsprechend abmelden. „Etwa 50 Prozent“ der Mobilen Retter erklärten im Durchschnitt ihre Einsatzbereitschaft, sagte Burgdorf. In Bezug auf die Struktur der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren sprachen sich sowohl der parlamentarische Staatssekretär Günter Krings als auch Dezernent Burgdorf für einen Erhalt kleiner Einheiten aus. Eine Zusammenlegung aus betriebswirtschaftlicher Sicht sei nicht zielführend, da dadurch eine wichtige Identifikation und Motivation der vielen ehrenamtliche Helfer verloren ginge, meinten bei unisono.

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