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07.05.2014, 11:39 Uhr | Meppener Tagespost, 07.05.2014, Kreis Emsland
Viele Europäer im Emsland auf Arbeitssuche
150 Zuhörer beim CDU-Parteitag in Meppen feiern Hans-Gert Pöttering
Einen so emotionsgeladenen Emslandparteitag der CDU erlebt man nicht alle Tage. Gleich mehrfach standen die 150 Zuhörer im Landhaus Eppe in Meppen-Teglingen auf und spendeten Hans-Gert Pöttering lang anhaltenden Beifall. Dies war eine imposante Dankesbekundung für 35 Jahre erfolgreiches Wirken im Europäischen Parlament.
Foto: NOZ
Meppen - Der sichtlich gerührte 68-jährige EU-Abgeordnete hielt vor seinen Parteikollegen zuvor noch einmal eine flammende und begeisternde Rede für eine „Wertegemeinschaft der Europäischen Union, die in der Welt einzigartig ist“. Dabei sei der Wandel nicht durch Panzer, sondern durch das Bewusstsein der Menschen für Freiheit und Demokratie entstanden. Die EU sei eine große Familie. „Wir schließen niemanden aus, wenn er Probleme hat wie gerade Griechenland, Spanien oder Portugal. „Er erinnerte daran, dass vor gerade einmal zehn Jahre Deutschland selbst noch „das Krankenkind Europas“ war.

Als CDU-Emslandvorsitzender wies Bernd-Carsten Hiebing darauf hin, dass der 42-jährige Jurist Jens Gieseke aus Sögel auf Platz vier der CDU-Landesliste steht und für die Region Emsland-Osnabrück in die großen Fußstapfen von Pöttering treten soll. Man hoffe, dass der Listenplatz den Sprung ins EU-Parlament ermöglicht. Vorgänger Pöttering habe sich vor 35 Jahren ebenfalls mit diesem Listenplatz begnügen müssen.
Gieseke selbst appellierte an die Christdemokraten, eine neue Willkommenskultur für unsere europäischen Nachbarn im Emsland vorzuleben. Über fünf Millionen junge Menschen in den 28 EU-Staaten seien auf der Suche nach einem Arbeitsplatz. In Sögel hofften 30 junge Spanier, eine „berufliche Perspektive“ zu finden. Dies sei eine große Chance, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Gieseke erinnerte daran, dass das Emsland es vor 20 Jahren geschafft habe, über 20 000 Russlanddeutsche zu integrieren. Sie seien heute eine wichtige Stütze für die erfolgreiche Wirtschaft, und dies bei einer Arbeitslosenquote von drei Prozent. Auch im Sögeler Schlachthof arbeiteten über 1000 Beschäftigte, die vorwiegend aus osteuropäischen Ländern stammten. Auch die gelte es zu integrieren. Immer mehr kämen mit der ganzen Familie ins Emsland. Schon heute besuchten 30 Mädchen und Jungen aus Polen, Bulgarien und Rumänen Sögeler Kindertagesstätten.

Auch bei der Firma Enercon mit den Werken in Aurich und dem neuen Rotorblattwerk im Eurohafen im Emsland arbeiteten insgesamt rund 80 Portugiesen, ergänzte der dreifache Familienvater. „Europa bietet besonders dem Emsland neue Lösungsmöglichkeiten“, so Gieseke. Nach seinen Angaben werden sich die „EU-Förderhorizonte“, stark verändern. Die Akzentuierung biete neue Chancen für die innovative emsländische Wirtschaft. In Kooperation mit der Hochschule Lingen-Osnabrück könnten EU-Gelder in die Region fließen.

Sowohl Landrat Reinhard Winter als auch der Meppener Bürgermeister Jan Erik Bohling sagten, dass in den vergangenen Jahren auch dank der Unterstützung von Pöttering „Millionenbeträge“ aus Brüssel in emsländische Projekte geflossen sind. „Das Emsland hat Europa viel zu verdanken“, sagte Winter.

Hochwasserschutz Auch der Emslandplan sei später mit Mitteln der EU untermauert worden. Als weitere Bereiche nannte er den Eurohafen Meppen-Haren sowie den Naturpark Bourtanger Moor. Bohling wies auf den Hochwasserschutz an Ems und Hase sowie den Stadtumbau oder die Dorferneuerung hin. „Europa lebt auch in Meppen“, lautete sein Credo.