CDU Kreisverband Meppen

Coup der Grafschafter CDU gelingt.

Albert Stegemann aus Ringe wird Bundestagskandidat
im Wahlkreis Mittelems


Freude pur bei Albert Stegemann (r.): Nils Kramer gratuliert, der langjährige Freund ist CDU-Vorsitzender im Verband Nordhorn-Nord. Freude pur bei Albert Stegemann (r.): Nils Kramer gratuliert, der langjährige Freund ist CDU-Vorsitzender im Verband Nordhorn-Nord.
Lingen. Von 1949 bis zu seinem Tod am 21. Oktober 1952 ist der Nordhorner Textilunternehmer Bernard Povel CDU-Abgeordneter im ersten Deutschen Bundestag gewesen. Nun wird Albert Stegemann aus Ringe Ende 2013 die Chance haben, als zweiter Grafschafter für die CDU in den Bundestag einzuziehen: Der 36-jährige Landwirt setzte sich am späten Mittwochabend in den Emslandhallen in Lingen in einer Stichwahl gegen Franz-Josef Evers aus Salzbergen durch.
Erstmals setzte sich damit im Wahlkreis Mittelems, der aus der Grafschaft, dem Altkreis Lingen und dem Altkreis Meppen ohne Haren und Twist besteht, ein Grafschafter gegen einen Kandidaten der deutlich stärkeren Emsland-CDU durch.
Dass die Chancen für die Grafschafter CDU an diesem Abend nicht schlecht sind, wird schon beim Betreten der Emslandhallen klar. An drei Tischen können sich die Mitglieder des jeweiligen Kreisverbandes ihre Wahlunterlagen abholen. Und während am Meppener Tisch zumeist gähnende Leere herrscht – nur 119 der knapp 1000 Parteimitglieder sind nach Lingen gekommen – herrscht an den beiden anderen Tischen nahezu der gleiche Andrang. Obschon im Altkreis Lingen gut 1800 und in der Grafschaft rund 1000 Parteimitglieder wahlberechtigt sind. Letztlich liegt die Wahlbeteiligung im Altkreis Lingen mit 441 Anwesenden bei rund 25 und in der Grafschaft mit 331 Anwesenden bei beachtlichen rund 33 Prozent.
Nach einer Rede des noch bis Ende 2013 amtierenden Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärs Hermann Kues sowie einer Vorstellungsrunde der zunächst noch vier Kandidaten verfestigt sich das Bild: Albert Stegemann überzeugt offensichtlich die meisten Christdemokraten im Saal und erhält am meisten Beifall.
Im ersten Wahlgang verfehlt Stegemann die absolute Mehrheit schließlich nur hauchdünn: Mit 434 von 873 Stimmen fehlen ihm genau drei Kreuze, um bereits alles klarzumachen. Der zuvor als Mitfavorit gehandelte Evers schafft es mit 330 Stimmen noch in die Stichwahl. Martin Rekers aus Spelle schied mit 105 Stimmen aus. „Diesen großen Unterschied zu meinem Mitbewerber Franz-Josef Evers hätte ich nicht erwartet“, erklärt der sichtlich enttäuschte Rekers (42). Ohne Chance blieb Johann H. grote Hölmann (66) aus Uelsen mit vier Stimmen.
Ein Großteil der zuvor deutlich spürbaren Spannung im Saal wich nun der Gewissheit, dass Stegemann nun zum großen Favoriten geworden war. Und dieser Rolle wurde er gerecht: Auf Stegemann entfielen 471 Stimmen, auf Evers 392.
„Dass meine Chancen im Laufe des Verfahrens gestiegen sind, habe ich gemerkt, aber mit 55 Prozent Zustimmung habe ich nicht gerechnet“, erklärte ein überglücklicher Stegemann. „Ich freue mich nun auf den Wahlkampf und möchte im Falle meiner Wahl ein guter Abgeordneter sowohl für die Grafschaft als auch für das Emsland sein.“
Die Unterstützung auch der emsländischen CDU versicherte ihm zugleich der Lingener Kreisvorsitzende Heinz Rolfes: „Du bist jetzt unser Kandidat und kannst dich entsprechend voll auf uns verlassen.“